Zwischen Verlust und Verzweiflung – Richtig mit Trauer umgehen

6. November 2020
Ratgeber

Richtig mit Trauer umgehen

In den grauen Wintermonaten sind Depressionen ein großes Thema. Neben Dunkelheit und Kälte sind die Feiertage ein Grund dafür. An Allerheiligen und Allerseelen ehren wir die Verstorbenen. Familienfeste erinnern uns an jene, die nicht daran teilnehmen können.

Verluste zu verarbeiten ist schwierig und jeder hat seinen eigenen Weg, damit umzugehen. Folgende Tipps können dir aber helfen, Trauer zu überwinden.

Die vier Phasen der Trauer

Forschern zufolge erschüttert ein herber Verlust unser Selbstbild. Ganz klar: Wenn ein geliebter Teil unseres Lebens verschwindet – allen voran geliebte Menschen – ist das nicht so einfach zu akzeptieren. Ein anerkanntes Schema teilt die anschließende Verarbeitung in vier Trauerphasen:

  1. Schock und Leugnen: Wir können es nicht glauben und wollen es nicht wahrhaben.
  2. Wut und Emotion: Wir suchen nach einem Schuldigen und durchleben ein Gefühlschaos.
  3. Innere Akzeptanz: Wir nehmen den Verlust an, wollen den Verstorbenen aber noch nicht loslassen.
  4. Neuanfang: Wir akzeptieren den Verlust und integrieren ihn in unser tägliches Leben.

Wie lange die einzelnen Phasen oder der ganze Prozess dauert, ist höchst individuell.

Umgehen mit dem Verlust eines geliebten Menschen

Zehn Tipps zum Umgang mit Trauer

Die Phasen und deren Ablauf sind nicht in Stein gemeißelt. Im Endeffekt braucht jeder Mensch sehr unterschiedliche Vorgehensweisen, Zeit und Strategien, um die Trauer endgültig zu bewältigen. Für Außenstehende gilt es dann, dies zu respektieren und akzeptieren.

Wenn du selbst Grund zum Trauern hast, solltest du auf deinen Körper hören. Nimm‘ dir Zeit, deine persönlichen Trauerphasen zu durchlaufen und erlaube dir, deine Gefühle zuzulassen. Die folgenden zehn Tipps können dich dabei unterstützen, deine Trauer zu überwinden und zu einem normalen Leben zurückzukehren.

Pläne machen

In einer Trauerphase ist die Lust auf Unternehmungen meist nicht besonders groß. Aber je mehr du alleine Zuhause rumsitzt, desto leichter lässt du dich von der Trauer überwältigen. Nach einer angemessenen Auszeit ist es wichtig, deiner Arbeit nachzugehen und deine Freizeit angenehm zu gestalten.

Darüber reden

Allgemein solltest du deine Gefühle zulassen und nicht in dich hineinfressen. Beim Trauern ist es wichtig, deine Gefühle mit anderen zu teilen. Sprich‘ mit Freunden und Verwandten über deinen Gefühlszustand. Es gibt auch spezielle Selbsthilfegruppen oder Therapeuten, mit denen du dich austauschen kannst.

Den Verstorbenen gehen lassen

Vermeide es, das Eigentum oder den Raum eines Verstorbenen zu einem Altar auszubauen. Entsorge Gegenstände, die du nicht mehr brauchst. Das hilft dir, die Vergangenheit loszulassen. Natürlich spricht nichts gegen das Aufstellen von Fotos oder das Aufbewahren geliebter Erinnerungsstücke.

Den Verstorbenen ins Leben integrieren

Das scheint widersprüchlich zum „gehen lassen“ – aber genauso wichtig ist es, den Verstorbenen nicht vollends aus dem eigenen Leben zu verbannen. Häufig vermeiden wir alles, was mit dem geliebten Menschen zu tun hatte, wie gemeinsame Hobbys oder Orte. Das ist aber keine Bewältigung, sondern Verdrängung.

Mit Trauer Umgehen: Spazieren, reden über Gefühle

Bewegung an der frische Luft und Reden über den Verlust hilft bei der Verarbeitung.

Auf sich selbst achten

Nimm‘ Rücksicht auf dich und deinen Körper. Gesundes Essen, Sport, ausreichend Schlaf und Hygiene solltest du unbedingt beibehalten. Ebenso wie bekannte Routinen und Hobbys helfen dir diese Maßnahmen, den Bezug zum Leben nicht zu verlieren.

Steuerung vermeiden

Versuche nicht, deine Gefühle zu steuern. Du kannst nicht beeinflussen, wann dich die Trauer erfasst und durchschüttelt. Das darf bei der Arbeit genauso passieren wie in der Öffentlichkeit.

Die falschen Hilfsmittel

Drogen, Alkohol, übermäßiges Essen oder ständiges Arbeiten können dich kurzfristig ablenken. Auf lange Sicht verzögern sie aber deine Trauerarbeit und ziehen sie damit nur in die Länge. Vermeide solche schädlichen Strategien.

Die richtigen Hilfsmittel

Geliebte oder neue Hobbys, gute Freunde und kleine Belohnungen hingegen sind sinnvolle Unterstützungen beim Trauern. Gönn‘ dir die Dinge, die dir wirklich guttun und dich glücklich machen.

Das eigene Gewissen nicht belasten

Und wenn du dir etwas gönnst, lass‘ kein schlechtes Gewissen zu. Du darfst das. Du bist es dem Verstorbenen nicht schuldig, dass es dir schlecht geht. Dein eigenes Wohlbefinden schadet niemandem, ist aber für dich von höchster Wichtigkeit.

Hilfe suchen

Zu guter Letzt, auch wenn es etwas klischeehaft klingt: Hol‘ dir Hilfe! Du musst mit deinen Sorgen, Ängsten und vor allem deiner Traurigkeit nicht alleine bleiben. Ob du dir bei Freunden und Familie Gehör suchst, deiner Trauer öffentlich Ausdruck verleihst oder spezielle Gruppen aufsuchst: Hauptsache, du bleibst damit nicht alleine.

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Von Kammerer Granit

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